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Das Verbandbuch unter den Richtlinen des Datenschutzes

Es ist häufig gar nicht bekannt und wenn, dann in der Regel aus datenschutzrechtlicher Sicht falsch umgesetzt: das Verbandbuch.

Dabei liest sich die gesetzliche Vorgabe eigentlich ganz einfach. Festgelegt ist das Verbandbuch in den berufsgenossenschaftlichen Vorschriften, genauer in der BG-Vorschrift A1. Danach ist jedes Unternehmen verpflichtet, ein sogenanntes Verbandbuch zu führen in dem alle Gesundheitsschäden, die während der Tätigkeit entstanden sind, dokumentiert werden. Hierzu gehören Ort und Zeit des Unfalls und der Behandlung, Name des Verletzten, des Ersthelfers und der Zeugen sowie die Art der Verletzung.

Wofür eigentlich?

Sinn der Aufzeichnungen ist die Verpflichtung zur Kostenübernahme der Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen durch die Berufsgenossenschaft. Das Verbandbuch dient als Nachweis, dass tatsächlich ein Arbeitsunfall stattgefunden hat. Gerade bei kleineren Unfällen oder Verletzungen, kann dadurch bei Spätfolgen das Bestehen des Arbeitsunfalls nachgewiesen werden. Das Verbandbuch dient also dem Vorteil des Arbeitnehmers.

Jeder sieht alles

Bis hierhin ist es einfach – aber wie ist das Verbandbuch zu führen? Häufig handelt es sich hierbei tatsächlich um ein Buch (oder ein Heft), in das die Vorfälle eingetragen werden. Damit jeder Zugriff hat, liegt das Verbandbuch dann häufig auch noch an einem öffentlich zugänglichen Ort aus – z.B. direkt im Verbandkasten.

Die Folge ist, dass jeder Einsicht nehmen kann in zurückliegende Arbeitsunfälle, und somit Zugriff auf Gesundheitsdaten hat.

Aus Sicht des Datenschutzes ist das natürlich der falsche Weg, denn Gesundheitsdaten sind per Gesetz besonders zu schützen. Dass sie „öffentlich ausliegen“, wie es in vielen Unternehmen der Fall ist, darf auf keinen Fall passieren.

Eine sehr einfache aber wirkungsvolle Methode, den Zugriff auf die Gesundheitsdaten zu verhindern, lässt sich z. B. mit einer Art „Abreißblock“ erreichen. Bei jeder Verwendung wird ein Formular abgerissen, ausgefüllt und dann sicher (eben außerhalb der Reichweiter aller) verwahrt. Auch eine elektronische Variante mit entsprechenden Zugriffsrechten ist natürlich denkbar.

In jedem Fall ist der Zugriff auf dokumentierte Vorfälle auf diejenigen Mitarbeiter zu beschränken, die mit der Bearbeitung betraut sind.

Haben Sie Fragen zum datenschutzkonformen Einsatz des Verbandbuchs bei Erhalt der Praxistauglichkeit? Sprechen Sie mich an, ich berate Sie gerne!