Sharrif – Social Media in Einklang mit dem Datenschutz

Am 27.11.2014 hat der Heise-Verlag „Shariff“ vorgestellt. Shariff ist eine neuartige und in meinen Augen geniale Lösung zur datenschutzkonformen Einbindung von Social Media Buttons wie z. B. Facebook, Google+ oder Twitter.

In der ursprünglichen Form wird bereits beim Laden einer Seite, die Social Media Buttons einbindet, Code ausgeführt, der Cookies setzt sowie die IP-Adresse und eine eindeutige ID – und damit personenbezogene Daten – an die jeweiligen sozialen Netzwerke sendet. Das ganze findet domainübergreifend statt, so dass alleine durch das Aufrufen unterschiedlicher Seiten im Internet eine Profilbildung stattfinden kann.

Die 2-Klick-Lösung

Webseitenbetreiber waren nun in der Zwickmühle: Entweder verstieß man gegen den Datenschutz, indem man ungefragt personenbezogene Daten erfasste und an die Sozialen Netzwerke übermittelte, deren Server sich meist im Ausland befinden. Alternativ musste man auf die Social Media Buttons verzichten und verzichtete so auf einen großen Teil Sichtbarkeit in den sozialen Netzwerken.

Der Heise Verlag hat daraufhin eine datenschutzkonforme Lösung entwickelt, die vorsah,  dass auf einer Seite zuerst nur inaktive Knöpfe geladen wurden, die einzeln durch Klick aktiviert werden mussten. Im Moment der Aktivierung durch den Nutzer wurde dann der eigentliche Code der sozialen Netzwerke geladen. Somit wurden dessen personenbezogenen Daten verzögert und erst auf Veranlassung des Nutzers an die sozialen Netzwerke übertragen. Aus Sicht des Datenschutzes sehr schön, aus Nutzer-Sicht etwas unbequemer als die Standard-Lösung.

Shariff: Die 1-Klick-Lösung

Mit Shariff haben sich die schlauen Köpfe bei Heise nun erneut Gedanken gemacht und eine Lösung entwickelt, die dafür sorgt, dass die Knöpfe nicht mehr extra aktiviert werden müssen und beim Laden der Seite auch gleich die Zähler („wie oft wurde geliked?“) anzeigen, ohne dass in diesem Moment ungefragt personenbezogene Daten des Nutzers übertragen werden. Neu hierbei ist, dass die Daten bereits durch den Server des Seitenbetreibers abgerufen und dann beim Nutzer nur noch dargestellt werden. Facebook, Google und Co. sehen also beim Laden der Seite nur noch den Server und nicht mehr den Nutzer, der die Seite aufruft. Der Seitenquelltext wird dann im Browser per Javascript so modifiziert, dass der „übliche“ Code für die Funktionalität beim Klick auf den Social Media Button eingefügt wird. Die Seite modifiziert sich also selber.

Der Schleswig-Holsteinische Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert hat Shariff hochgelobt und soll gemäß Heise-Verlag sogar geäußert haben, dass seiner Meinung nach alle Seitenbetreiber eine solche (oder ähnliche) Lösung einsetzen müssten.

Ich auch, ich auch!!

Ich habe in der Vergangenheit die 2-Klick-Lösung des Heise-Verlags eingesetzt. Mir gefällt die neue Lösung aber nicht nur technisch sehr gut, sondern sie passt auch optisch deutlich besser zum Design meiner Homepage. Die Optik ist schließlich ein wichtiger Teil einer Webseite. Daher setze ich auf meiner Homepage ab sofort auch auf die neue Lösung.

Freuen Sie sich also über weiterhin datenschutzkonform eingebundene Social Media Buttons bei gleichzeitig schönerer Optik und mehr Komfort!

Ach ja: direkt unter diesem Artikel können Sie die „Shariff-Buttons“ bereits bewundern.