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PRISM und TEMPORA – was passiert hier gerade?

Die Nachrichten der letzten Tage überschlagen sich förmlich vor Meldungen zu den gerade bekannt gewordenen Überwachungsskandalen PRISM und TEMPORA. Täglich werden neue Fakten bekannt. Vieles davon mag stimmen, vieles dürfte auch aus dem Bereich der Spekulation stammen. Sicher ist, dass mind. zwei Staaten großangelegte Überwachungs- und Datensammelprogramme über mehrere Kommunikationsmedien hinweg gestartet haben.

Die Kommunikation im Internet wird aller Vor­aussicht nach flächendeckend überwacht, aufgezeichnet und analysiert. Betroffen dürften sämtliche Kommunikationskanäle sein, also E-Mails, der Aufruf von Webseiten, die Nutzung von Suchmaschinen, Kurznachrichtendienste wie z. B. Whatsapp, Chat-Messenger wie z. B. Skype und auch IP-Telefonie. Des Weiteren werden Telefonverbindungen analysiert, sowie angeblich auch Gespräche automatisiert mitgehört und die Inhalte analysiert. Eine Speicherung von Inhalten von Telefongesprächen soll angeblich nicht stattfinden.

Wie funktioniert das ganze nun? Nach bisherigem Kenntnisstand hat Großbritannien mit dem TEMPORA-Programm einfach mehrere große Internet-Knoten angezapft, an einer Stelle, an der Überseekabel über Britisches Gebiet laufen. Die USA hingegen haben im Rahmen von PRISM Provider und große Dienstleister wie Apple, Google, Facebook und andere „zur Kooperation bewegt“ und besitzen angeblich automatisierte Schnittstellen in deren Systeme.

Beide Staaten waren bemüht, nach bekanntwerden schnell zu erklären, dass sich die Überwachung natürlich nicht gegen das eigene Volk richte. Im Umkehrschluss heißt das, dass die gesamte restliche Welt davon ausgehen muss, ins Visier dieser Überwachungsmaßnahmen geraten zu sein. Die Datensammelei erfolgte ohne Kenntnis der Betroffenen; wie lange die Daten gespeichert werden ist nicht bekannt. Die hierzulande diskutierte und häufig kritisierte Vorratsdatenspeicherung stellt sich dahin-gegen als harmlos dar.

Sprechen Sie mich an: Gerne stehe ich mit weiteren Informationen zur Verfügung.


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